KULTUR IST DAS, WAS UNS AUSMACHT

Interview mit Alberto Magrans

Herr Magrans, was ist auf der ISH 2017,der Weltleitmesse fürs Bad, von Laufen zu erwarten? Wird Laufen neue Trends initiieren?

Alberto Magrans / Wir haben in den zwei Jahren seit der letzten ISH hart gearbeitet und zahlrei­che Entwicklungen auf den Weg gebracht, die wir jetzt in Frankfurt vorstellen. Eine der auf­regends­ten ist sicher unser neues Dusch-WC Cleanet Riva, das Hygiene so umfassend und so ästhetisch definiert wie sonst kein anderes Dusch-WC auf dem Markt. Das sehen auch ausgewiesene Fachjurys so, denn wir sind für die intelligente Verbindung von Design und Sauberkeit mittlerweile mit dem Red Dot Award, dem iF Award und, ganz aktuell, dem Design Plus ausgezeichnet worden. Und ich bin sicher, der Markt wird sich von unserer Lösung ebenfalls angetan zeigen.

Mit Konstantin Grcic zusammen haben wir weiter an Val gearbeitet und das Angebot mit neuen SaphirKeramik-Waschtischen, WCs, Bidet, Badewanne und einer eigenen Armaturenserie zum Komplettbad ausgebaut. Ich denke, man sieht den Stücken an, wie weit unsere Materialtechnologie kompromissloses Design möglich macht.

Neue Früchte trägt auch unsere erfolgreiche Kooperation mit Kartell. Gemeinsam mit den Designern Ludovica und Roberto Palomba haben wir die Kollektion erneut stark erweitert. Die neuen Waschtisch-Optionen, Waschtisch-Unterbau-Kombinationen, Möbelelemente, spül­­randlose Stand-WCs und eine freistehende Bade­wanne sowie Dekore machen das Gesamtbadprojekt nun noch flexibler einsetzbar.

preface_SaphirKeramik_009_rollen

SaphirKeramik – Material Innovation

Auch der Bereich Badmöbel wächst stark. Hier haben wir das Bad­möbel-Set Base mit dem Ziel ent­wickelt, den aktuellen Interieurtrend in Laufen-Qualität und -Funktion zu einem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis zu bieten. Und auch unsere bestehenden Badmöbelserien wie Boutique, Space oder Frame 25 haben wir mit neuen, überzeugenden Lösungen an­­gereichert.
Und lassen Sie uns noch einen Blick auf eine neue Kooperation und zukünftige Produkte werfen, bei denen die SaphirKeramik wieder eine Hauptrolle spielt. Mit Patricia Urquiola hat sich eine der erfolgreichsten und einflussreichsten Designerinnen der Welt der Laufen-Familie angeschlossen. Unser erstes ge­mein­sames Projekt war der neue Laufen Showroom in Madrid, der letztes Jahr eröffnet wurde. Jetzt haben wir gemeinsam mit ihr SaphirKeramiken der 3. Genera­tion entwickelt, die wir auf dieser ISH erstmals präsentieren. Wir freuen uns sehr auf die weitere Zusammenarbeit und sind überzeugt, dass daraus spektakuläre Produkte erwachsen, wie sie bisher noch nie mit Bad­keramik realisiert wurden.

Welche Innovationen haben Ihrer Meinung nach das Zeug,
die Sanitärindustrie weiter zu verändern?

AM / Das sind sicherlich die Innovationen, die wir bei den im Bad verwendeten Materia­lien beobachten. Dass Laufen hier mit der SaphirKeramik ganz vorne liegt, registriere ich natürlich nicht ohne einen gewissen Stolz. Sie ist nicht nur das Ergebnis langjähriger Forschung und Entwicklung, sondern auch unserer offenen und kooperativen Unternehmenskultur, die uns mit spannenden Partnern wie Alessi und Kartell zusammengebracht.

Wer hätte es vor einigen Jahren für möglich ge­halten, dass sich die Formensprachen zweier so unterschiedlicher Werkstoffe wie Kunststoff und Keramik auf so hohem Niveau an­einander annähern können, wie es bei Kartell by Laufen der Fall ist – minimale Eck- und Kantenradien und äusserst geringe Wandstärken waren mit herkömmlicher Keramik einfach nicht denkbar. Oder nehmen wir einen modernen Mineralguss­werkstoff wie Sentec und Marbond. Damit können wir individuelle Kunden­wünsche in kleinen Auflagen in kürzester Zeit realisieren. Der Fantasie von Planer und Architekt sind so kaum Grenzen gesetzt. Diese individuelle Ge­staltung ist ein wachsendes Segment und Hightech- Materialien wie Sentec und Marbond eröffnen uns alle Möglich­keiten. Um uns weiter voranzutreiben, arbeiten wir kontinuierlich an der Entwicklung von innovativen Materialien, deren physikalischen Eigenschaften und neuen Anwendungen. Wir lernen durch Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, beobachten aber auch Erkenntnisse die An­­wendung in anderen Industrien finden. Keramik wird dank seiner Materialeigenschaften und Nachhaltigkeit als eines der wichtigsten Materialen zur Bewältigung der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts angesehen. Um die Grenzen unserer Materia­lien und neuer Fertigungsmethoden wie Digital Fabrication auszuloten, koope­rie­ren wir intensiv mit einem interna­tionalen Netzwerk von Hochschulen, Forschungsinstituten und hightech Spin­­offs.
Kartell by Laufen

Kartell by Laufen

Druckguss – eine Laufen Innovation

Druckguss – eine Laufen Innovation

Sie sprechen zukünftige Entwicklungen an. Was plant Laufen noch für die Zukunft?

AM / Spannende Produktneuheiten sind nicht alles. Auch als Unternehmen entwickeln wir uns weiter. Als Hersteller mit Wurzeln in der schönen Schweiz, haben wir etwa Nachhaltigkeit und Umweltschutz stets auf unserer Agenda. Hier haben wir schon viel geleistet, aber wir sind überzeugt, zukünftig durch neue Technologien noch viel mehr zu erreichen.
Ausserdem stärken wir unsere Fähigkeiten bei der Gestaltung interna­tionaler Grossprojekte. Dafür haben wir ein global agierendes Team aufgebaut, das ortsunabhängig die internationale Architekturszene unterstützt.
Auch den Geschäftsbereich „Bespoke“ treiben wir weiter voran, denn die massgeschneiderte Planung und Gestaltung von Sanitärräumen wird zukünftig im Fokus stehen. Hier stellen wir uns mit entsprechenden Produkten und Dienstleistungen auf die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden ein.

Laufen engagiert sich auch stark im kulturellen Bereich. Was versprechen Sie sich davon?

AM / Als Marke, die für die Symbiose von Design, Qualität und Anwendungsfunktion innerhalb der Bad­architektur steht, möchten wir natürlich unseren Beitrag zum interna­tionalen Dialog zu Architektur und Design leisten. Deshalb unterstützen wir kulturelle Veranstaltungen mit Pro Helvetia während der Biennale in Venedig oder richten jährlich unser eigenes Sympo­sium „Architecture during Art“ anlässlich der Art Basel aus. Aber auch unsere weltoffene Unternehmenskultur, die zu Innovation und intelligenter Risiko­bereitschaft anregt, ist hier zu nennen. Wir fördern Kunst und Kultur, weil wir der Überzeugung sind, dass sie ein inspirierendes Modell im Wertschöpfungsprozess der Industrie und eine Quelle für wirtschaftliches und gesellschaftliches Wachstum sein können. Wir verstehen uns nach nun 125 Jahren schon traditionell als gestaltender Teil dieser bildenden Kräfte, aus denen heraus immer wieder Neues entsteht.

 

Kulturveranstaltung im Laufen Forum

Showroom Madrid by Patricia Urquiola

Showroom Madrid by Patricia Urquiola

 

125 Jahre Laufen – a curated art show

125 Jahre Laufen – a curated art show

 

Dieses Jahr feiert Laufen sein 125. Jubiläum. Was bedeutet das aus Ihrer Sicht für das Unternehmen?

AM / Laufen versteht sich heute als Badspezialist, der mittlerweile über das Badezimmer hinaus denkt, beo­bachtet und forscht. Im Fokus unseres Interesses stehen Architektur und Innenarchitektur, gesellschaftliche Entwicklungen und Trends, neue Produktionsweisen und Materialien sowie deren Qualitäten und mechanischen Eigenschaften. Kurz gesagt, wir sind offen und wir entwickeln uns ständig weiter. Dabei kommt uns der riesige Erfahrungsschatz, den wir in den vergangenen 125 Jahren erworben haben natürlich zugute. Laufen hat in dieser Zeit viel zur Entwicklung des Bades beigetragen. Ich erinnere an die Erfindung des wandhängenden WCs, das 1964 von Laufen entwickelt wurde und in vielen Ländern quasi zum Standard geworden ist. Oder die Einführung des Druckgussverfahren für Keramik im Jahre 1982 durch Laufen – mit diesem Durchbruch ist die serielle Fertigung von qualitativ hochwertiger Sanitärkeramik erst möglich geworden. 2002 haben wir den Feinfeuerton wiederbelebt, mit dessen Hilfe grosse und schneidbare Waschtische aus Keramik realisiert werden können. Und mit der Einführung der SaphirKeramik 2013 haben wir einen echten Trend, eine neue Leichtigkeit im Bad-Design angestossen, die sich durch eine moderne Formensprache und hohe grafische Ästhetik auszeichnet. Bei all diesen Entwicklungen profitieren wir davon, dass Laufen 1892 als „Tonwarenfabrik“ gegründet wurde und sich vom Spezialisten für Keramik zum Experten für das ganze Badezimmer entwickelt hat. Das verdanken wir nicht zuletzt unseren Mitarbeitern am Ursprungsort Laufen und in den österreichischen und tschechischen Produk­tionsstätten, die das Wissen und Know-how in Sachen Keramik und Bad kultiviert und von Generation zu Generation weitergegeben haben. //